Schuljahr 2026/27

von ursula osterchrist
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KLARO hat seit 1991 über 2 Millionen Kinder erreicht

Die ersten Klasse2000-Kinder sind inzwischen schon selbst Eltern – seit 1991 macht Klasse2000 Kinder stark fürs Leben. Es startete mit 231 Klassen in Bayern, wurde seitdem laufend weiterentwickelt, wissenschaftlich überprüft und mit Hilfe vieler verschiedener Förderer weiterverbreitet. Im Schuljahr 2025/26 erreichte es 14 % aller Grundschulklassen, und die Zahlen zur Kindergesundheit zeigen, wie aktuell und nötig Prävention immer noch ist.

"Mehr Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000"

Der Gründer von Klasse2000, Dr. Pál Bölcskei, war Lungenfacharzt am Klinikum Nürnberg. Sein Ziel war es, die wegweisenden Ideen der Ottawa Gesundheitscharta in ein Programm für Kinder zu übersetzen und diese zu erreichen, bevor sie erstmals mit Suchtmitteln in Kontakt kommen. Mit der 1986 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Charta verbreitete sich die Erkenntnis, dass Gesundheit mehr bedeutet als die bloße Abwesenheit von Krankheit, dass neben den körperlichen auch psychische und soziale Faktoren eine Rolle spielen und dass eine erfolgreiche Prävention ein wichtiger Baustein für ein gesundes Leben ist. "Mehr Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000" lautete das Motto der WHO-Kampagne, und so kam das Grundschulprogramm aus Nürnberg zu seinem Namen: Klasse2000.

Dass Klasse2000 sich in den folgenden Jahren immer weiter in ganz Deutschland verbreiten konnte, lag maßgeblich an der Unterstützung der Lions Clubs. Dr. Bölcskei gelang es frühzeitig, sie als Unterstützer zu mobilisieren und mit dem Patenschaftsprinzip die Finanzierung seines Projekts auf eine breite Basis zu stellen. Ab 2015 gab es einen weiteren Wachstumsschub, als viele Krankenkassen auf Basis des neuen Präventionsgesetzes in die Finanzierung einstiegen.

Start am Klinikum Nürnberg 1991: Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein, Dr. Brigitte Müller-Kaufen und Univ. Doz. Dr.med Pál Bölcskei vom Klasse2000-Team, Staatssekretär Dr. Günther Beckstein MdL (von links)

KLARO wird digital

Gleichzeitig wurde das Programm inhaltlich und methodisch immer weiterentwickelt. Ein glücklicher Zufall war es, dass zum Beginn der Corona-Pandemie gerade die digitale Lernplattform KLARO-Labor fertig geworden war. So konnten Schulen und Gesundheitsförder:innen die Kinder auch im Online-Unterricht erreichen. In der Zeit nach Corona berichteten viele Lehrkräfte, wie wichtig das Programm zur Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen für die Kinder war und ist, die ja besonders unter der sozialen Isolation gelitten haben.

Prävention weiterhin nötig

Es wäre schön, wenn man nach 35 Jahren ein Präventionsprogramm für Kinder einstellen könnte, weil alle Ziele erreicht wurden, aber leider haben die Themen nicht an Aktualität verloren.  Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen sind in den vergangenen Jahren gestiegen, und altbekannte Risikofaktoren wie Bewegungsmangel oder Übergewicht sind keinesfalls gesunken. Dazu kommen neue Gesundheitsgefahren durch den übermäßigen Konsum digitaler Medien. Erstmals ist sogar die Raucherquote der 12-17-Jährigen wieder gestiegen, die in den Jahren 2001-2021 kontinuierlich gesunken war.

Das zeigt, dass Präventionserfolge nur durch kontinuierliche Anstrengungen zu erreichen sind. Aus vielerlei Gründen ist Prävention weiterhin nötig, und nach wie vor kommt es darauf an, wirksame Angebote möglichst weit zu verbreiten. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Paten, Lions Clubs, Gesundheitsförderinnen und -förderern, Lehrkräften, Eltern und vielen weiteren Partnern, die Klasse2000 in den vergangenen Jahren dabei unterstützt haben und bei allen, dies auch weiterhin tun.

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